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Der Bausachverständige 01/2016

Wir erklären ausdrücklich, dass wir in keiner Beziehung zu den Verlagen der bezeichneten Zeitschriften stehen und auch mit den Inhalten nichts zu tun haben. Es findet keine Verlinkung zu den Angeboten der Verlage statt. In der Online-Bibliothek werden keine Texte von Dritten übernommen, sondern nur Informationen über Zeitschrifteninhalte veröffentlicht.

  • Autor: Heinz Meichsner/Stefan Rohling
  • Autor: Rainer Hohmann

    Risse gehören im Regelfall zur Stahlbetonbauweise dazu und sind auch bei sorgfältiger Planung und Ausführung nicht zu vermeiden. Risse, die die Anforderungen der Nutzungsklasse
    nicht erfüllen, sind entsprechend der WU-Richtlinie nachträglich dauerhaft abzudichten. Gleiches gilt auch für undichte Arbeits- und Stoßfugen. Im Regelfall geschieht dies durch Injektion eines geeigneten, auf die objektspezifischen Randbedingungen abgestimmten Füllstoffes. Der Beitrag gibt einen Überblick über die nachträgliche Abdichtung von Rissen und undichten Arbeits- und Stoßfugen durch Injektion.

  • Autor: Claus Flohrer

    Neben der gemeinsam mit dem Nutzer erarbeiteten Bedarfsermittlung ist die Festlegung des für die Nutzung und Beanspruchung geeignetsten Entwurfsgrundsatzes bei wasserundurchlässigen Betonkonstruktionen für die Sicherstellung der Gebrauchstauglichkeit und der Dauerhaftigkaeit entscheidend. Der bisher fast ausschließlich angewendete Entwurfsgrundsatz b) nach WU-Richtlinie weist den gravierenden Nachteil auf, dass bis zum Eintreten der erwarteten Selbstheilung Wasser ins Innere des Gebäudes fließt und Bedingungen für eine erfolgreiche Selbstheilung in der Praxis nur selten vorliegen. Im Beitrag werden Möglichkeiten und Randbedingungen für die Entwurfsgrundsätze a) und c) der WU-Richtlinie sowie Nutzungsanforderungen genannt, bei denen diese Prinzipien angewendet werden müssen.

  • Autor: Michael Silberhorn/Michael Holler
  • Autor: Pia Haun

    In einem Neubau sind an Fenstern Verfärbungen aufgetreten. Der Fensterfachbetrieb und zwei zuvor durch den Bauherrn eingeschaltete Gutachter kamen zu drei vollständig unterschiedlichen Ergebnissen bezüglich der Schadensursachen. Die Gutachterin hatte mittels Privatgutachten zu überprüfen, ob die Schäden infolge zu hoher Baufeuchte entstanden sind. Anhand von Messungen und Probennahmen konnte nachgewiesen werden, dass

    - die Verfärbungen an den Fenstern durch mikrobiellen Befall entstanden sind,

    - zum Zeitpunkt des mehrere Monate später durchgeführten Ortstermins hohe Baufeuchte und Lebensbedingungen für mikrobiellen Befall vorlagen,

    - die aus OSB-Platten hergestellte Verkleidung der Dachschrägen ebenfalls einen Befall aufweist.

  • Autor: Jürgen Kantor/Andreas Schmidt

    Die Verfasser beleuchten Fehlentwicklungen bei der Beweissicherung in der Praxis und unterbreiten Lösungsvorschläge für eine sinnvolle und rechtskonforme vorsorgliche Beweissicherung.

    Die Durchführung einer vorsorglichen Beweissicherung ist bei größeren Baumaßnahmen, insbesondere im Tiefbaubereich, gängige Praxis. Im juristischen Schrifttum sowie in der Entscheidungspraxis der Gerichte fristet die Thematik hingegen eher ein Schattendasein. Weitgehend unberührt von einer gerichtlichen Kontrolle haben sich in der Praxis im Zusammenhang mit der vorsorglichen Beweissicherung Usancen entwickelt, die nach Auffassung der Verfasser als Fehlentwicklungen bezeichnet werden müssen. Diese werden im Rahmen des vorliegenden Beitrags beleuchtet. Sodann werden Lösungsvorschläge unterbreitet, wie die vorsorgliche Beweissicherung sinnvoll und rechtskonform durchgeführt werden kann.

  • Autor: Katrin Rohr-Suchalla/Nikolai Schirmer
  • Autor: Frank-Georg Pfeifer

    Eine ungedämmte Rohrleitung im Sinne von § 7 Abs. 1 Satz 3 HeizkostenV liegt entgegen dem Wortlaut dieser Vorschrift auch dann vor, wenn die Leitungen nicht offen im Raum geführt werden, sondern von Mauerwerk umhüllt verlegt sind. Der Verbrauchsanteil der Heizkosten muss
    nach § 7 Abs. 7 Satz 3 HeizkostenV nach allgemein anerkannten Regeln der Technik (hier: VDI2077, Beiblatt Rohrwärme) bestimmt werden, wenn der an den Heizkörpern durch elektronische Heizkostenverteiler erfasste Verbrauchswärmeanteil deutlich unter dem nach der Richtlinie maßgeblichen Quotient von 0,34 liegt. Denn bei einer deutlichen Unterschreitung dieses Grenzwertes von 0,34 reduziert sich das in § 7 Abs. 1 Satz 3 HeizkostenV mit dem Wort
    »kann« dem Vermieter zugewiesene Ermessen auf Null.

  • Autor: Frank-Georg Pfeifer
  • Autor: Ingo Kern

    Die Sprache des Sachverständigen und die Kunst, Sachverhalte in Gutachten und vor Gericht klar zu kommunizieren ist heutzutage wichtiger denn je, um erfolgreich zu sein.

    Wenn man im Sinn einer guten Sache nicht in der Lage ist, sein Anliegen überzeugend zu kommunizieren, kann das tragisch wirken. Dabei gilt natürlich auch für den Sachverständigen, etwas aus 2500 Jahren rhetorischer Tradition als Werkzeug zu nutzen. Ein guter Schriftsatz zeichnet sich aus durch Gedankenklarheit. Verstehen und Glaubwürdigkeit ist die Voraussetzung für Akzeptanz. Kommunikativ stark bleiben und Gutachten formulieren: Die Industrie- und Handelskammer Heilbronn-Franken bündelte diese Inhalte im 36. Sachverständigenforum. Dipl.-Kfm. Baster Speck, Unternehmenstrainer und Coach demonstrierte dabei den Vertretern der Justiz, Anwaltschaft und Sachverständigen die Verhaltensweisen und rhetorische Grundlagen zum Argumentieren unter Stress.

  • Autor: Andreas Koenen

    »Das selbstständige Beweisverfahren wird abgeschafft«, dies verkündete kürzlich mit sichtbarer Vorfreude ein erfahrener Vorsitzender Richter im Rahmen der mündlichen Erläuterung eines schriftlichen Sachverständigengutachtens vor dem Landgericht Essen, und fügte dann hinzu: Dies habe er jedenfalls gehört. Eine ähnliche Äußerung - wenngleich der Wunsch hier noch keine wahrnehmungsverzerrende Wirkung hatte - entfuhr wenige Tage später einem nicht weniger erfahrenen Vorsitzenden Richter am Landgericht Bochum: Das selbstständige Beweisverfahren gehöre abgeschafft, das bringe rein gar nichts.

  • Autor: BGH, Urteil vom 22.10.2015 - VII ZR 58/14

    1. Individuelles Aushandeln ist mehr als Verhandeln. Von einem Aushandeln ist nur dann auszugehen, wenn der Verwender den gesetzesfremden Kerngehalt seiner Allgemeinen Geschäftsbedingung inhaltlich ernsthaft zur Disposition stellt und dem Verhandlungspartner Gestaltungsfreiheit zur Wahrung eigener Interessen einräumt mit zumindest der realen Möglichkeit, die inhaltliche Ausgestaltung der Vertragsbedingungen zu beeinflussen.

    2. Ein Aushandeln liegt nicht vor, wenn die für den Vertragspartner des Verwenders nachteilige Wirkung der Klausel im Zuge von Verhandlungen zwar abgeschwächt, der gesetzesfremde Kerngehalt der Klausel vom Verwender jedoch nicht ernsthaft zur Disposition gestellt wird.

  • Autor: BGH, Beschluss vom 10.09.2015 - VII ZR 110/13

    1. Weist die Leistung des Auftragnehmers Mängel auf, kann der Auftraggeber nicht nur angemessene, durchschnittliche oder übliche Kosten ersetzt verlangen; sein Erstattungsanspruch ist erst gemindert, wenn die Grenzen der Erforderlichkeit eindeutig überschritten sind oder er bei der Auswahl des Drittunternehmers seine Schadensminderungspflicht verletzt hat.

    2. Der Auftraggeber muss nicht den billigsten Ersatzunternehmer beauftragen, sondern er kann einen Unternehmer seines Vertrauens auswählen und unter mehreren Nachbesserungsmethoden die sicherste auswählen.

  • Autor: OLG Hamm, Urteil vom 8.10.2015 - 21 U 71/15

    Bei dem Anspruch des Unternehmers aus § 648a Abs. 1 BGB auf Stellung einer Bauhandwerkersicherheit handelt es sich um einen sog. verhaltenen Anspruch. Die Verjährung dieses Anspruchs beginnt daher entsprechend § 604 Abs. 5, § 695 Satz 2, § 696 Satz 3 BGB erst mit der Geltendmachung des Anspruchs durch den Unternehmer.

  • Autor: OLG Celle, Urteil vom 24.9.2014 - 14 U 114/13

    Ein Architektenvertrag kann bereits vor seiner Unterzeichnung durch schlüssiges Verhalten zu Stande kommen. In einem solchen Fall gelten die jeweiligen Mindestsätze der HOAI als vereinbart, weil bei Auftragserteilung nichts anderes schriftlich vereinbart worden ist.

  • Autor: BGH, Beschluss vom 30.7.2015 - VII ZR 57/15

    1. Wird der Architekt mit der Erbringung der Leistungsphasen 1 bis 8 gemäß § 15 HOAI 1996 beauftragt und werden ihm innerhalb der Gewährleistungsfrist Baumängel angezeigt, trifft
    den Architekten eine Untersuchungsund Mitteilungspflicht.

    2. Ein Anspruch auf Schadensersatz wegen Verletzung der Untersuchungs- und Mitteilungspflicht verjährt innerhalb von 10 Jahren ab Kenntnisnahme von der Verantwortlichkeit des Architekten.

  • Autor: OLG Hamm, Beschluss vom 26.2.2015 - 1 W 86/14

    Die Veröffentlichung von Kommentaren und Stellungnahmen eines Sachverständigen auf einer Internet-Plattform für Verbraucherschutz begründen jedenfalls dann keine Besorgnis der Befangenheit, wenn kein Zusammenhang zwischen den dort gemachten Ausführungen und den im Verfahren erörterten Beweisfragen besteht.

  • Autor: OLG Zweibrücken, Beschluss vom 10.7.2015 - 6 W 11/15

    1. Wendet der Sachverständige bei der Gutachtenerstellung ein Mehrfaches über der üblichen Stundenzahl auf, ist der Kostenaufwand auf den von Gutachten mit vergleichbarem Sachverhalt herabzusetzen.

    2. Zeiten für Literaturrecherche sind nur in Ausnahmefällen anzuerkennen.

    3. Ein Missverhältnis im Sinne von § 407a Abs. 3 Satz 2, 1. Alt. ZPO ist jedenfalls dann anzunehmen, wenn die Vergütung des Sachverständigen mehr als die Hälfte des Streitwerts erreicht.