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06/2015

Wir erklären ausdrücklich, dass wir in keiner Beziehung zu den Verlagen der bezeichneten Zeitschriften stehen und auch mit den Inhalten nichts zu tun haben. Es findet keine Verlinkung zu den Angeboten der Verlage statt. In der Online-Bibliothek werden keine Texte von Dritten übernommen, sondern nur Informationen über Zeitschrifteninhalte veröffentlicht.

  • Autor: Stefan Rohling/Heinz Meichsner

    Bereits unmittelbar nach dem Einbau des Frischbetons treten Verformungen auf, die selbst im plastischen Zustand zu Rissbildungen führen und dadurch die Dauerhaftigkeit und Gebrauchstauglichkeit nachteilig beeinflussen können. Ursache ist neben dem Setzen des Frischbetons das Frühschwinden in der Randzone des Bauteiles infolge von Wasserverlust durch Verdunstung. In DIN EN 13670:2011-03 und DIN 1045-3 wird deshalb darauf hingewiesen, dass das Frühschwinden durch eine geeignete Nachbehandlung gering zu halten ist bzw. verhindert werden muss. Dieser Forderung kann jedoch häufig nicht entsprochen werden, da bei Industrieböden, Parkdecks u.a. Bauteilen zwischen dem ersten Oberflächenabschluss und der endgültigen, abschließenden Bearbeitung oder unmittelbar danach eine Begehbarkeit des Bauteiles und die Möglichkeit der Nachbehandlung nicht gegeben ist. Diese »Nachbehandlungslücke« ist oft die Ursache, dass wiederholt Rissbildungen aufgetreten sind. Die vorhandene Bewehrung kann in diesem Stadium die sich einstellende Rissbreite nicht begrenzen. Im Folgenden wird auf die Ursachen der Frührissbildungen und deren Vermeidung am Beispiel der Ausführung eines ausgedehnten Parkdecks eingegangen. Dadurch soll auch auf Rissbildungen aufmerksam gemacht werden, die in der Bauausführung oft nicht die notwendige Beachtung finden.

  • Autor: Norbert Swoboda
  • Autor: Klaus Vogel/Ulf Kopeke
  • Autor: Ulrich Arnold/Tobias Biechele

    Vorab einer jeden Holzprüfung steht eine sorgfältige visuelle Überprüfung und Kontrolle aller Bauteile. Risse, Holzverfärbungen, Moos- und Flechtenbewuchs sind Anzeiger von Feuchtigkeit im Holz und möglichen Schäden im Holz durch holzabbauende Pilze. Anerkannte zerstörungsfreie oder zerstörungsarme Prüfverfahren werden zusätzlich als Hilfsmittel angewendet, um innen liegende Holzfäulen zu bestimmen und zu dokumentieren. Neben Methoden, die auf Schalllaufzeit basieren, wird auch die zerstörungsarme Bohrwiderstandsmessung eingesetzt. Bohrwiderstandsmessungen sind seit mehr als zwei Jahrzehnten im Einsatz, um Aussagen über den inneren Holzzustand von Bäumen und Holzkonstruktionen zu treffen. In der Kontrolle von Straßenbäumen, Holzkonstruktionen, Holzmasten und Holzspielgeräten ist diese Methode mittlerweile nicht mehr wegzudenken. Bei der Prüfung von Holzbrücken aus hartem Tropenholz werden besonders hohe Anforderungen an die Leistungsfähigkeit und Sensitivität der Bohrwiderstandsmessgeräte gestellt. Bei harten Hölzern kommt es zur Reibung der im Bohrkanal verbleibenden Bohrspäne auf den Schaft der Bohrnadel und einen daraus resultierenden Anstieg der Bohrkurve mit zunehmender Bohrtiefe im Holz [Rinn 2012]. Dies erschwert eine Interpretation der Messergebnisse. Anhand eines Untersuchungsobjektes aus der Praxis (Abb. 1) soll auf die Erfahrungen mit dem Bohrwiderstandsmessgerät IML-RESI PD der Firma IML und der zusätzlichen Vorschubkraftmessung eingegangen werden. Erfahrungen aus der
    Praxis zeigen, dass die Vorschubkraftmessung nur minimal von Schaftreibung beeinflusst wird und eine Interpretation der Messergebnisse erleichtern kann.

  • Autor: Andreas Tretter

    Viele Hölzer, besonders tropische Varietäten, enthalten verfärbende Inhaltsstoffe, deren Ausbluten den aufgetragenen Anstrich visuell beeinträchtigt und fallweise die Umgebung des Bauteiles in Mitleidenschaft ziehen kann. Aber auch einheimische Holzarten führen oftmals zu derartigen Störungen, wobei Gerbstoffe z. B. in Eichenholz oder Kastanie, Lohe genannt, am bekanntesten sind. Noch immer besitzt Eichenholz seinen hervorgehobenen Status als wertvolles Konstruktionsholz, und viele Bauherren, die sich etwas Besonderes gönnen möchten, greifen darauf zu. Im Umgang damit können jedoch unerwünschte Verfärbungen auftreten, wenn man dieser typischen Holzeigenschaft nicht ausreichend Rechnung trägt. Was sind die genauen
    Ursachen, und was kann man dagegen tun ?

  • Autor: Ralf Steinmann

    Am 15. September 2015 wird die komplett überarbeitete DIN 18335 veröffentlicht und tritt damit in Kraft. Sie enthält »Allgemeine Technische Vertragsbedingungen« (ATV), die bei VOB-Verträgen in der Regel vereinbart werden müssen, aber auch darüber hinaus als allgemein anerkannte Regeln von Bedeutung sein werden. Im Gegensatz zu früheren redaktionellen Überarbeitungen enthält diese Fassung einige Neuerungen und Modifikationen, die besonders hervorzuheben sind.

  • Autor: Peter Hammacher

    Im Anschluss an den Aufsatz von Prof. Dr.-Ing. Ralf Steinmann (in diesem Heft) zu den technischen Implikationen der neuen ATV DIN 18335 geht der Verfasser auf vertragsrechtliche Fragen im Zusammenhang mit der Ausführung von Stahlbauarbeiten ein. Die umfassende Auseinandersetzung mit der ATV DIN 18335 muss jedoch der ausführlichen Kommentierung vorbehalten bleiben.

  • Autor: Melita Tuschinski

    Mitte Oktober 2015 haben die Mitglieder des Deutschen Bundestags und die Ländervertreter im Bundesrat den neuen Regelungen zur Beschleunigung der Asylverfahren zugestimmt. Das Kabinett der Bundesregierung hatte diese am 29.9.2015 beschlossen. Die verabschiedeten Regelungen sind
    inzwischen in Kraft treten. Der Beitrag bringt einen Überblick zu den geänderten Anforderungen für Gebäude gemäß EnEV 2014 und EEWärmeG 2011.

  • Autor: Felix Lehmann

    Der nachfolgende Beitrag enthält einen umfassenden Überblick über die Leitsätze der Rechtsprechung zur Ablehnung des Gerichtssachverständigen wegen Besorgnis der Befangenheit aus den Jahren 2013/2014. Die chronologische Darstellung folgt dabei dem Ablauf der Tätigkeit
    des Gerichtsgutachters.

  • Autor: Michael Schorn
  • Autor: BGH, Beschluss vom 25.6.2015 - VII ZR 228/13

    Eine vom Auftraggeber gewünschte Umplanung stellt sich als der Risikosphäre des Auftraggebers zuzuordnende offenkundige Behinderung dar. Dementsprechend verlängern sich die vereinbarten Ausführungsfristen.

  • Autor: BGH, Beschluss vom 24.6.2015 - VII ZR 76/13

    1. Verlangt der Auftragnehmer nach »freier« Kündigung eines Pauschalpreisvertrags die vereinbarte Vergütung (abzüglich ersparter Aufwendungen), hat er die ausgeführten von den nicht ausgeführten Leistungen abzugrenzen und die Höhe der Vergütung für die erbrachten Leistungen ins Verhältnis zu der nach dem Pauschalpreisvertrag geschuldeten Gesamtleistung zu setzen.

    2. Fehlt es bei einem Pauschalpreisvertrag an einem detaillierten Leistungsverzeichnis, muss der Auftragnehmer bei der Abrechnung seine ausreichend aufgegliederte, gewerkebezogene Kalkulation vorlegen; notfalls muss er sie im Nachhinein erstellen. Etwas anderes gilt lediglich dann, wenn der prozentuale Anteil der nicht (mehr) erbrachten Leistungen relativ geringfügig ist und dem Auftragnehmer deshalb der zeit- und personalintensive Aufwand für eine solche Nachkalkulation nicht zugemutet werden kann.

  • Autor: OLG Frankfurt, Urteil vom 17.2.2015 - 5 U 211/13

    1. Verlangt der Auftragnehmer nach §648a BGB Sicherheit, ohne sein Sicherungsverlangen gegenüber dem Auftraggeber vorher anzudrohen, kann darin ein Verstoß gegen das bauvertragliche Kooperationsgebot liegen.

    2. Als Folge eines solchen Verstoßes ist das Sicherungsverlangen und eine vom Auftragnehmer nach Ablauf einer angemessenen Frist zur Beibringung der Sicherheit erklärte Kündigung unwirksam.

  • Autor: OLG Düsseldorf, Urteil vom 1.10.2015 - 22 U 48/15

    Hat sich ein Architekt vertraglich zur Kontrolle der Ausführungsplanung verpflichtet, muss er sich auch mit etwaigen eigenmächtigen Anordnungen/Planungsänderungen seitens eines weiteren vom Bauherrn eingeschalteten Architekten - jedenfalls im Rahmen seiner Koordinierungspflichten - inhaltlich auseinandersetzen und ggf. korrigierend eingreifen und darf sich jedenfalls nicht ohne eindeutigen Hinweis an die Bauherrin darauf zurückziehen, mit alledem habe er schlicht nichts mehr zu tun.

  • Autor: OLG Hamburg, Urteil vom 20.2.2015 - 1 U 245/13

    Die sog. »sekundäre Verkehrssicherungspflicht« aktualisiert sich bereits bei Kenntnis von einer Gefahrenquelle, die durch ihr bloßes Vorhandensein für jedermann auf der Baustelle
    eine Gefahr birgt, zu einer eigenen Verkehrssicherungspflicht des Architekten.

  • Autor: BGH, Beschluss vom 13.8.2015 - VII ZR 178/14

    Erstellt ein Bodengutachter ein unrichtiges Baugrundgutachten und erwirbt der Auftraggeber auf dieser Grundlage das Baugrundstück, steht ihm ein Anspruch auf Ersatz der Mehrkosten für die Gründung nur dann zu, wenn der Bodengutachter eine Garantie für die Richtigkeit der Begutachtung übernommen hat.

  • Autor: OLG Celle, Beschluss vom 2.9.2015 - 14 W 33/15

    1. Der Anschein der Voreingenommenheit eines Sachverständigen besteht, wenn aus Sicht einer ruhig und vernünftig denkenden Partei die Besorgnis aufkommt, der Sachverständige stehe nicht neutral zwischen den Parteien, sondern neige sich den Interessen einer Partei zu.

    2. Arbeitet ein Sachverständiger zum Zeitpunkt der Bestellung durch das Gericht mit den Prozessbevollmächtigten einer Partei aus einer anderen Niederlassung zusammen, so gibt dies Anlass zur Besorgnis der Befangenheit des Sachverständigen, auch wenn kein Bezug zu den streitgegenständlichen Parteien besteht.

  • Autor: OLG Naumburg, Beschluss vom 16.4.2015 - 10 W 57/14

    1. Hat der Sachverständige im Rahmen der Leistungserbringung grob fahrlässig oder vorsätzlich Gründe geschaffen, die einen Beteiligten zur Ablehnung wegen der Besorgnis der
    Befangenheit berechtigen, erhält der Sachverständige eine Vergütung nur insoweit, als seine Leistung bestimmungsgemäß verwertbar ist.

    2. Eine begründete Ablehnung des Sachverständigen und die hierdurch bedingte Unverwertbarkeit des Gutachtens führen zu einem Verlust des Vergütungs- oder Entschädigungsanspruchs, wenn der Sachverständige den Ablehnungsgrund verschuldet hat. Bei einem erst im Verlauf des Verfahrens entstandenen Ablehnungsgrund kommen allerdings nur Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit in Betracht.

  • Autor: BVerfG, Beschluss vom 24.8.2015 - 2 BvR 2915/14

    1. Dem Antrag auf Erörterung eines Sachverständigengutachtens ist zu entsprechen.

    2. Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst grundsätzlich auch die Anhörung gerichtlicher Sachverständiger.