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Der Bausachverständige 02/2017

Wir erklären ausdrücklich, dass wir in keiner Beziehung zu den Verlagen der bezeichneten Zeitschriften stehen und auch mit den Inhalten nichts zu tun haben. Es findet keine Verlinkung zu den Angeboten der Verlage statt. In der Online-Bibliothek werden keine Texte von Dritten übernommen, sondern nur Informationen über Zeitschrifteninhalte veröffentlicht.

  • Autor: Richard Schilcher
  • Autor: Karl-Uwe Voß

    Die Reklamation von »verfärbten« Betonpflastersteinen in Flächenbefestigungen hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Nicht selten gehen die Kunden davon aus, dass es sich bei den vorliegenden »Verfärbungen« um Ausblühungen handelt 161[7], [9], [10]. Hier stellt sich die Frage, warum die Menge an Reklamationen aufgrund von Verfärbungen in den letzten Jahren so zugenommen hat. Die Bearbeitung dieser Schäden zeigt, dass die Zunahme derartiger Reklamationen unterschiedliche Ursachen hat:

    1. Erhöhtes Anspruchsdenken der Kunden

    2. Reklamation als Kostenbremse bei der Herstellung von Flächenbefestigungen sowohl bei privaten Flächen (Terrassen, Garagenzufahrten), aber auch bei öffentlichen Flächenbefestigungen, bei denen ein gepflegtes Straßenbild oder auch optisch anspruchsvolle Marktplätze erstellt werden sollen

    3. Verwendung ungeeigneter Fugen- und Bettungsmaterialien.

    ...

  • Autor: Martin Schauer/Dirk Brechtken

    Mit Fundamenterdern bzw. Erdungsanlagen beschäftigen sich nicht nur Elektro- bzw. Blitzschutzfachkräfte, Verteilungsnetzbetreiber (NB) für die elektrische Energieversorgung, Architekten, Ingenieure und Handwerker. Für Bauträger, Investoren und Bauherren (Anschlussnutzer) sind der Umfang und damit der wirtschaftliche Aspekt einer solchen Maßnahme von Bedeutung. Der Fundamenterder wurde bereits in der DIN 18015-1:1980-04 gefordert; seitdem wurden die Anforderungen bzw. der Aufwand ständig erweitert; Materialeinsatz, Arbeitsleistung
    und damit die Kosten für eine solche Erdungsanlage haben sich drastisch erhöht. Die Bausenkungskommission stellte im Endbericht von 2015 [1] fest: Normungsverfahren haben einen Einfluss auf die Höhe der Baukosten. »Die zuständigen Gremien bestimmen über die Notwendigkeit der Überarbeitung von Normen selbst«. Zudem wird vermutet, dass bei der Überarbeitung von Normen - in einzelnen Fällen - »...zu hohe Standards festgeschrieben werden, die über das erforderliche Maß hinausgehen und das Bauen dadurch verteuern«. Aus Autorensicht stellt die DIN 18014:2014-03 Fundamenterder - Planung, Ausführung und Dokumentation ein Beispiel für eine derartige Norm dar, was nachfolgend erläutert werden soll.

  • Autor: Joachim Schulz

    Da der Beton nicht nur eine tragende, sondern auch dichtende Funktion übernehmen kann, wird er immer häufiger auch als Sichtbeton ausgeführt, u.a. als:
    ■ Balkondecken,
    ■ Hauseingangsüberdachung,
    ■ Außentreppen,
    ■ Wasserbecken.

  • Autor: Wolfram Steinhäuser

    Bei der Raumheizung hat in den letzten Jahrzehnten die Fußbodenheizung erheblich an Bedeutung gewonnen. Fast jedes zweite Ein- und Zweifamilienhaus wird mit einer Fußbodenheizung ausgestattet. Aufgrund ihrer Vorteile werden immer häufiger auch in Büros, Schulen, Kindergärten, Ladengeschäften, Museen, Kirchen, Sport- und Industriehallen Fußbodenheizungen eingebaut. Auf einer Fußbodenheizung kann nahezu jede Bodenbelagsart aufgebracht werden. Bauherrn, Planer und Architekten haben somit auch auf Fußbodenheizungen eine große Auswahl an Oberbelägen, wie beispielsweise:
    ■ Keramische Fliesen und Platten
    ■ Natursteine und Natursteinwerke
    ■ Betonwerksteine und Terrazzo
    ■ Textile Bodenbeläge aus Natur- und Synthetikfasern/Nadelvlies
    ■ Elastische Bodenbeläge (PVC/CV-, Polyolefin-, Elastomer- und Linoleumbeläge)
    ■ Holz/Parkett
    ■ Kork
    ■ Laminat

    Im Wesentlichen werden zwei Arten von Fußbodenheizungen unterschieden:
    ■ Warmwasser-Fußbodenheizungen
    ■ Elektro-Fußbodenheizungen

    ...

  • Autor: Jürgen Veit

    Heute werden Keller gebaut, um im Rahmen der zugelassenen Bebauungsgrenzen und unter Wirtschaftlichkeitsgesichtspunkten zusätzlichen Nutzraum unterzubringen. Viele Keller haben hochwertige Nutzungen - Wohnräume, Archive, Werkstätten, Technikräume etc. Häufig halten sich in diesen Räumen nur zeitweise Menschen auf und die Räume werden zu verschiedenen Zeiten unterschiedlich intensiv beheizt und belüftet. Im historischen Baubestand waren Keller vor allem Lagerräume, in denen Güter frostfrei und ganzjährig kühl aufbewahrt werden konnten. Ausgeführt wurden vor allem Gewölbekeller mit Natursteinen oder Ziegeln. Die Keller hatten damit eine Pufferfunktion, um die hochwertigen Nutzräume warm und trocken zu halten. Werden solche Räume den oben genannten hochwertigen Nutzungen »ausgesetzt«, so müssen bautechnische und raumklimatische Fragestellungen geklärt werden. Fehleinschätzungen und die Unterbringung ungeeigneter Nutzungen können die Bausubstanz erheblich schädigen, bis hin zur Gefährdung der Tragfähigkeit.

    ...

  • Autor: Klaus W.König

    Urbane Sturzfluten häufen sich, die Auswirkungen werden immer dramatischer. Im ersten Halbjahr 2016 traten Starkregenereignisse besonders kleinräumig und heftig auf. Trotz professioneller Wetterdienste, stündlicher Vorhersagen und lokaler Unwetterwarnungen konnten die Betroffenen nicht vorsorgen. Sach- und Personenschäden waren erheblich. Zwischen 27. Mai
    und 9. Juni kamen in Deutschland 11 Personen durch die Folgen von Starkregen ums Leben. Lassen sich in Zukunft Risiken früh genug erkennen und vermeiden?

    ...

  • Autor: Florian Herbst

    Während kein Bauvorhaben in Deutschland ohne Baustoffe auskommt und ein ganzer Wirtschaftszweig vom Baustoffhandel lebt, fristet das Baustoffrecht noch immer ein Nischendasein. Dabei bietet bereits die vertragliche Einordnung von Baustoffverträgen Anlass zu tiefgreifenden Diskussionen.

  • Autor: H. M. Hanauske-Abel/Carmen Kroczek/Jochen Kern

    Die von Menschen gemachte, gebaute Umwelt - ob Fliegenglas oder Behausung - ist nicht frei von gesundheitsgefährdenden oder gar tödlichen Gefahren für alle, die sie betreten und in ihr
    zu leben haben. Das built environment bringt solche Gefahren hervor gerade wegen der bautechnisch gezielt verfolgten Abtrennung und Ausgrenzung der natürlichen Umwelt. Zwar nicht
    von der Fliege, wohl aber vom homo sapiens darf ein genaues Verständnis solcher Gefahren erwartet werden, wie auch immer das built environment beschaffen sein mag - Wohnhaus, Bürogebäude oder Industriehalle; Arbeitsquartier in der Tiefsee oder im Weltenraum; Siedlung auf Mond oder Mars...

  • Autor: Martina Dapper

    Bislang lehnt die Finanzverwaltung den rückwirkenden Vorsteuerabzug aus fehlerhaften Rechnungen ab. Die Rechtsprechung vertritt in aktuellen Urteilen eine andere Position. Wie betroffene Unternehmen profitieren können.

  • Autor: Christian Biernoth

    Ob und inwieweit Angaben der Hersteller von Bauprodukten für die Frage der Mangelhaftigkeit einer Bauleistung relevant sind, hatte Seibel bereits einmal an dieser Stelle unter Auswertung der Rechtsprechung beleuchtet. In der baurechtlichen Literatur wird dazu eine große Bandbreite vertreten, von keiner großen Bedeutung auf der einen Seite bis dazu, dass Herstellerangaben bei Nichtbeachtung die widerlegliche Vermutung des Verstoßes gegen die allgemein anerkannten Regeln der Technik (a.a.R.d.T.) in sich tragen auf der anderen Seite, teils mit einer insoweit noch stärkeren Differenzierung. Eine Entscheidung des OLG München und die BauProdVO geben Anlass, nochmals Überlegungen dazu anzustellen.

  • Autor: BGH, Beschluss vom 5.1.2017 - VII ZR 184/14

    1. Zur schlüssigen Begründung eines nach Zeitaufwand zu bemessenden Vergütungsanspruchs bedarf es grundsätzlich nur der Darlegung, wie viele Stunden der Auftragnehmer für die
    Vertragsleistung aufgewendet hat.

    2. Eine Differenzierung, welche Arbeitsstunden für welche Tätigkeiten und an welchen Tagen angefallen sind, ist regelmäßig nicht geschuldet. Es bedarf auch nicht der Vorlage von
    Stundennachweisen oder sonstigen Belegen zum Umfang der erbrachten Tätigkeiten.

  • Autor: BGH, Beschluss vom 19.10.2016 - VII ZR 185/14

    1. Verpflichtet sich der Auftraggeber zu Voraus- oder Abschlagszahlungen, ist der Auftragnehmer nach Abnahme oder vorzeitiger Beendigung des Bauvertrags dazu verpflichtet, seine Leistungen prüfbar abzurechnen und einen etwaigen Überschuss an den Auftraggeber auszuzahlen.

    2. Verlangt der Auftraggeber überzahlte Vergütung zurück, hat er die Voraussetzungen für einen Anspruch auf Auszahlung eines Saldoüberschusses aus der Schlussabrechnung vorzu
    tragen. Dann muss der Auftragnehmer darlegen und beweisen, dass er berechtigt ist, die Voraus- und Abschlagszahlungen endgültig zu behalten.

  • Autor: KG, Urteil vom 10.1.2017 - 21 U 14/16

    1. Wird in den Zusätzlichen Vertragsbedingungen des Auftraggebers abweichend von § 12 VOB/B die förmliche Abnahme vorgeschrieben, ist die VOB/B nicht »als Ganzes« vereinbart. Damit entfällt die AGB-rechtliche Privilegierung der VOB/B nach § 310 Abs. 1 BGB.

    2. Der Kündigungstatbestand des § 6 Abs. 7 VOB/B benachteiligt den Unternehmer nicht unangemessen gemäß § 307 Abs. 1 BGB. Diese Bestimmung ist somit auch dann wirksam, wenn die VOB/B nicht als Ganzes in einen Bauvertrag einbezogen sind.

  • Autor: KG, Urteil vom 10.1.2017 - 21 U 14/16

    Einem Unternehmer steht eine Entschädigung gemäß § 642 BGB zu, wenn ihm durch den Annahmeverzug des Bestellers ein Vermögensnachteil entstanden ist. Hat der Unternehmer dies dargelegt, ist eine weitergehende »bauablaufbezogene Darstellung« der Bauarbeiten zur Anspruchsbegründung nicht erforderlich.

  • Autor: BGH, Beschluss vom 6.10.2016 - VII ZR 129/16

    1. Auch wenn die Realisierung des Bauvorhabens mehr gekostet hat, als der Auftraggeber »aufbringen« kann, ist die Leistung des Architekten nur mangelhaft, wenn ein bestimmter
    Kostenrahmen vereinbart wurde.

    2. Die Überschreitung einer Kostenaufstellung begründet jedenfalls dann keine Haftung des Architekten, wenn diese lediglich »zur Vorlage bei der Bank« erstellt wurde und der Architekt keine weiteren Leistungen erbracht hat.

  • Autor: BGH, Beschluss vom 13.12.2016 - VI ZB 1/16

    Ein Sachverständiger kann nach § 41 Nr. 8, § 406 Abs. 1 Satz 1 ZPO abgelehnt werden, wenn er in derselben Sache in einem Verfahren der außergerichtlichen Konfliktbeilegung, wozu auch ein Verfahren vor der Gutachter- und Schlichtungsstelle einer Landesärztekammer zählt, als Sachverständiger mitgewirkt hat.

  • Autor: BGH, Beschluss vom 10.1.2017 - VI ZB 31/16

    Ein Sachverständiger kann wegen Besorgnis der Befangenheit auch dann abgelehnt werden, wenn er für einen nicht unmittelbar oder mittelbar am Rechtsstreit beteiligten Dritten ein entgeltliches Privatgutachten zu einer gleichartigen Fragestellung in einem gleichartigen Sachverhalt erstattet hat und wenn die Interessen der jeweiligen Parteien in beiden Fällen in gleicherweise kollidieren.

  • Autor: OLG München, Beschluss vom 10.1.2017 - 28 W 19/17

    Ein Ordnungsgeld darf gegen einen gerichtlich bestellten Sachverständigen nur dann festgesetzt werden, wenn der Sachverständige die erste ihm gesetzte Frist versäumt hat und ihm darüber hinaus das Ordnungsgeld unter Festsetzung einer Nachfrist angedroht worden ist.